Upcycling für Einweg-Papierbecher

Oktober 11, 2021

Nachhaltigkeitsprojekt gewinnt Preis der Deutschen Systemgastronomie 2021

(djd). Allein in Deutschland werden jährlich zig Millionen kunststoffbeschichtete Einweg-Papierbecher verbraucht. Die Beschichtung ist notwendig, damit die Becher nicht undicht werden oder aufweichen. Das Problem: Nach Gebrauch landen sie im Müll, da der Verbundstoff einen Recyclingprozess ausbremst. Ein neues Verfahren macht künftig das nachhaltige Recyceln von jeglichen Arten von Einweg-Papp- und Einweg-Papierbechern für Heiß- und Kaltgetränke im Papieraufbereitungsprozess möglich. Das so gewonnene Papier heißt CoffeeCup Paper. Als wertvoller Branchenbeitrag zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz wurde diese innovative Idee mit dem Preis der Deutschen Systemgastronomie 2021 ausgezeichnet.

Becher sammeln statt entsorgen

Auch für Systemgastronomen waren die Einwegbecher bislang nur zu entsorgender Abfall. Nun kann es für sie heißen: Becher sammeln und rückführen. Denn die Einwegbecher liefern hochwertige Papierfasern zur Herstellung der CoffeeCup Paper. Das grafische Papier besteht zu etwa 25 Prozent aus Einweg-Papierbechern und rund 75 Prozent aus direkt recycelbarem Altpapier. Die Kunststoffanteile in der Beschichtung der Einwegbecher werden mit dem neuen Verfahren zunächst abgelöst, damit die Papierfasern, die ohne diese Trennung im Müll verloren gehen würden, wieder in den Recyclingprozess zurückgeführt werden können. Das Grafikpapier kann von jedem Unternehmen vielseitig für eigene Kommunikationsmittel verwendet werden – etwa für Flyer, Briefumschläge oder Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte. „Die Systemgastronomen können durch einfache Bechersammlung und -rückführung nicht nur Entsorgungskosten sparen, sondern vor allem auch beweisen, dass sie den gesamten Lebenszyklus von Verpackungen im Blick haben und mit daran arbeiten, Kreisläufe zu schließen sowie Rohstoffe zu schonen“, so Torsten Gröger, Ideengeber des Projekts und Prokurist bei der creart Neidhardt Werbe GmbH.

Zehn Jahre Preis der Deutschen Systemgastronomie

Den Preis der Deutschen Systemgastronomie hat der Bundesverband der Systemgastronomie e.V. (BdS) bereits zum zehnten Mal vergeben. Mit ihm werden Personen, Unternehmen, Projekte, Initiativen oder Einrichtungen in Deutschland geehrt, die sich in besonderer, beispielhafter und zukunftsorientierter Weise um die Branche der Systemgastronomie und deren Herausforderungen verdient gemacht haben. Einen Sonderpreis erhielt die Burger King Deutschland GmbH für ihren solidarischen Social-Media-Appell „Bestellt bei McDonald’s“ in der Corona-Zeit, denn in keiner anderen Branche in Deutschland wurde während der Pandemie diese beispielgebende Solidarität als wettbewerbsübergreifender Zusammenhalt untereinander gelebt.


Foto: djd/Bundesverband der Systemgastronomie/Getty Images/benzoix

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