Wenn es draußen kalt und nass wird, ist das Wäschetrocknen für viele Haushalte eine Herausforderung. Auf dem Balkon trocknet die Kleidung langsamer, im Garten fehlt die Sonne und in der Wohnung steigt durch feuchte Wäsche die Luftfeuchtigkeit.
Ein elektrischer Wäschetrockner erscheint dann besonders praktisch. Doch er verbraucht Strom und verursacht zusätzliche Kosten. Wer seine Wäsche auf einem Wäscheständer trocknet, kann Energie sparen – muss allerdings auf ausreichende Belüftung achten.
Wie lässt sich Wäsche im Winter möglichst umweltfreundlich trocknen, ohne Schimmelbildung zu begünstigen? Mit diesen zehn Tipps gelingt die richtige Balance zwischen Energieeinsparung und gesundem Raumklima.
1. Wäsche möglichst gut schleudern
Der erste Schritt zum schnellen Trocknen beginnt bereits in der Waschmaschine.
Je weniger Restwasser in der Kleidung verbleibt, desto schneller trocknet sie anschließend auf dem Wäscheständer oder im Trockner.
Für robuste Baumwolltextilien können 1.400 Umdrehungen pro Minute sinnvoll sein, sofern das Pflegeetikett und die Waschmaschine dies zulassen. Empfindliche Textilien benötigen häufig niedrigere Schleuderdrehzahlen.
Das Umweltbundesamt empfiehlt ebenfalls, Wäsche möglichst gut zu schleudern, da das mechanische Entfernen von Wasser wesentlich weniger Energie benötigt als das anschließende Verdampfen im Wäschetrockner. Umweltbundesamt
2. Einen geeigneten Trockenplatz auswählen
Nicht jeder Raum eignet sich gleich gut zum Wäschetrocknen.
Ideal sind gut belüftbare Räume, in denen ausreichend Platz vorhanden ist. Ein separater Trockenraum, ein gut belüfteter Hauswirtschaftsraum oder ein geschützter Balkon können besonders praktisch sein.
Das Umweltbundesamt empfiehlt, Wäsche möglichst nicht in Wohnräumen zu trocknen, wenn geeignete alternative Trockenmöglichkeiten vorhanden sind. Umweltbundesamt
Muss die Wäsche in der Wohnung trocknen, sollte der Raum gut belüftet werden können. Besonders ungünstig sind dauerhaft feuchte, schlecht belüftete Kellerräume oder sehr kalte Zimmer mit ungedämmten Außenwänden.
3. Regelmäßig stoßlüften statt Fenster kippen
Beim Trocknen gibt die Kleidung Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Ohne ausreichenden Luftaustausch kann sich diese Feuchtigkeit an kalten Oberflächen niederschlagen.
Deshalb ist regelmäßiges Stoßlüften besonders wichtig.
Öffne die Fenster im Winter für etwa fünf bis zehn Minuten vollständig. Bei günstigen Bedingungen kann Querlüften den Luftaustausch beschleunigen.
Dauerhaft gekippte Fenster sind dagegen ungünstig: Sie können zu unnötigen Wärmeverlusten führen, ohne einen entsprechend wirksamen Luftaustausch zu gewährleisten.
Das Umweltbundesamt empfiehlt ausdrücklich zusätzliches Lüften, wenn Wäsche in der Wohnung getrocknet wird. Umweltbundesamt
4. Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer kontrollieren
Ein Hygrometer misst die relative Luftfeuchtigkeit im Raum und hilft dabei, rechtzeitig zu reagieren.
Als allgemeine Orientierung nennt das Umweltbundesamt einen Bereich von etwa 40 bis 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit.
Bei schlecht gedämmten Gebäuden können bereits niedrigere Werte an besonders kalten Wandoberflächen problematisch sein.
Steigt die Luftfeuchtigkeit während des Wäschetrocknens deutlich an, sollte verstärkt gelüftet werden. Ein Hygrometer ist deshalb ein sinnvoller Haushaltshelfer, aber kein Ersatz für die Kontrolle möglicher Feuchtigkeitsschäden.Umweltbundesamt+1
5. Wäscheständer nicht zu dicht beladen
Wer Kleidungsstücke eng nebeneinander aufhängt, verlängert häufig die Trocknungszeit.
Damit Feuchtigkeit verdunsten und abgeführt werden kann, sollte Luft zwischen den einzelnen Textilien zirkulieren.
Hänge größere Handtücher möglichst mit Abstand auf. Dicke Pullover können entsprechend ihrem Pflegeetikett liegend getrocknet werden, damit sie ihre Form behalten.
Bei größeren Wäschemengen sind zwei locker bestückte Wäscheständer unter Umständen sinnvoller als ein vollständig überladener.
Wichtig ist außerdem, den Wäscheständer nicht unmittelbar vor einem Heizkörper aufzustellen, sodass dessen Wärmeabgabe behindert wird.
6. Wäsche nicht direkt auf dem Heizkörper trocknen
Ein warmer Heizkörper scheint auf den ersten Blick der perfekte Ort zum Trocknen zu sein.
Doch das direkte Auflegen nasser Kleidung kann die Wärmeabgabe an den Raum beeinträchtigen. Gleichzeitig verdunstet viel Feuchtigkeit auf engem Raum.
Besonders an kalten Außenwänden und Fenstern kann sich diese Feuchtigkeit anschließend niederschlagen.
Stelle den Wäscheständer deshalb lieber mit ausreichend Abstand zu Heizkörpern und Wänden auf.
Eine zusätzliche Erhöhung der Raumtemperatur nur zum schnelleren Trocknen ist in der Regel keine besonders energiesparende Lösung.
7. Auch im Winter draußen trocknen
Wäsche muss nicht ausschließlich bei Sonnenschein und hohen Temperaturen draußen trocknen.
Auch im Winter können Wind und trockene Luft Feuchtigkeit aus Textilien aufnehmen. Bei Frost ist unter geeigneten Bedingungen sogar eine Trocknung durch Sublimation möglich: Gefrorenes Wasser geht dabei direkt in Wasserdampf über.
Allerdings dauert das häufig länger als im Sommer.
Ein überdachter Balkon oder ein geschützter Außenbereich kann daher eine gute Alternative sein, sofern die Wäsche nicht erneut durch Regen oder Schnee nass wird.
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz weist ebenfalls darauf hin, dass das Trocknen im Freien bei geeigneter Winterwitterung möglich ist. Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
8. Elektrischen Wäschetrockner bewusst einsetzen
Nicht jeder Haushalt kann vollständig auf einen Wäschetrockner verzichten.
Bei größeren Familien, wenig Platz oder ungünstigen Wohnbedingungen kann ein elektrisches Gerät sinnvoll sein.
Falls du einen Trockner nutzt, solltest du auf passende Beladung, regelmäßige Reinigung der Filter und feuchtegesteuerte Programme achten.
Moderne Wärmepumpentrockner sind deutlich effizienter als viele ältere Geräte ohne Wärmepumpentechnik.
Seit Juli 2025 gilt für Wäschetrockner das neue EU-Energielabel mit den Effizienzklassen A bis G. Besonders sparsame Modelle erreichen heute häufig Klasse A oder B. Verbraucherzentrale.de+1
Ein vorhandenes funktionsfähiges Gerät sollte aber nicht allein wegen eines neueren Labels vorschnell ersetzt werden. Anschaffung, Herstellung und tatsächliche Nutzung gehören zur ökologischen Gesamtbetrachtung.
9. Stromkosten beim Trocknen vergleichen
Wie viel Geld lässt sich durch das Trocknen auf der Leine sparen?
Das hängt vor allem vom Stromverbrauch des vorhandenen Geräts und von der Nutzungshäufigkeit ab.
Ein vereinfachtes Rechenbeispiel bei einem angenommenen Strompreis von 0,35 Euro pro Kilowattstunde:
| Stromverbrauch pro Trocknung | Kosten pro Durchgang | Bei 150 Durchgängen |
|---|---|---|
| 1 kWh | 0,35 € | 52,50 € |
| 2 kWh | 0,70 € | 105,00 € |
| 3,5 kWh | 1,23 € | 183,75 € |
Die Zahlen sind Modellrechnungen, keine konkreten Produktangaben.
Beim Wäschetrocknen in beheizten Innenräumen entsteht außerdem ein zusätzlicher Wärmebedarf durch die Verdunstung und das notwendige Lüften. Die tatsächliche Gesamtersparnis ist deshalb geringer als der reine Stromkostenvergleich vermuten lässt.
Trotzdem bleibt die Wäscheleine unter geeigneten Bedingungen die besonders energiesparende Methode. Umweltbundesamt
10. Schimmelwarnzeichen ernst nehmen
Wer regelmäßig Wäsche in der Wohnung trocknet, sollte mögliche Feuchtigkeitsprobleme frühzeitig erkennen.
Typische Warnzeichen sind dauerhaft beschlagene Fenster, feuchte Wandstellen, dunkle Verfärbungen und muffiger Geruch.
Besonders gefährdet sind schlecht gedämmte Außenwände, Raumecken und Bereiche hinter großen Möbelstücken.
Wird bereits Schimmel sichtbar, genügt es nicht, nur häufiger zu lüften. Die Ursache muss gefunden und beseitigt werden. Dazu können auch bauliche Mängel gehören.
Das Bundesumweltministerium weist darauf hin, dass Feuchtigkeit sowohl durch die Raumnutzung als auch durch Wärmebrücken und Schäden am Gebäude entstehen kann. bundesumweltministerium.de
Häufige Fragen zum Wäschetrocknen im Winter
Wie lange dauert Wäsche auf dem Wäscheständer?
Das hängt von Textilart, Schleuderdrehzahl, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung ab. Leichte Kleidung kann innerhalb eines Tages trocknen, dicke Handtücher oder Pullover benötigen häufig deutlich länger.
Kann ich nachts Wäsche in der Wohnung trocknen?
Ja, wenn der Raum dafür geeignet ist und die Feuchtigkeit ausreichend abgeführt wird. Gerade nachts sollte jedoch vermieden werden, dass die Luftfeuchtigkeit über viele Stunden stark erhöht bleibt.
Ist ein Luftentfeuchter sinnvoll?
In bestimmten Räumen kann ein Luftentfeuchter helfen, die Feuchtigkeit zu kontrollieren. Er benötigt allerdings Strom und sollte nicht als dauerhafte Lösung für bauliche Feuchtigkeitsprobleme dienen.
Was ist besser: Wäscheständer oder Wärmepumpentrockner?
Ein Wäscheständer im Freien oder in einem geeigneten gut belüfteten Raum benötigt keine elektrische Trocknungsenergie. Ein Wärmepumpentrockner bietet dafür mehr Komfort und kann bei schwierigen Wohnbedingungen die kontrollierte Feuchteabfuhr erleichtern.
Fazit: Wäsche nachhaltig trocknen funktioniert auch im Winter
Wäsche im Winter zu trocknen muss weder teuer noch umweltschädlich sein.
Wer bereits beim Waschen ausreichend schleudert, die Kleidung locker aufhängt und die Raumluftfeuchtigkeit kontrolliert, kann häufig auf den elektrischen Trockner verzichten.
Besonders wichtig ist ein geeigneter Trockenplatz. Wenn möglich, sollten Balkon, Garten oder ein gut belüfteter Trockenraum genutzt werden.
Muss die Wäsche in der Wohnung trocknen, sind regelmäßiges Stoßlüften und eine angemessene Raumtemperatur entscheidend.
So lassen sich Stromverbrauch und Kosten reduzieren, ohne das Raumklima unnötig zu belasten.
Quellen und weiterführende Informationen
Die folgenden Quellen wurden für den Beitrag herangezogen:
- Umweltbundesamt – Wie lüfte ich richtig? (13.12.2024)
- Umweltbundesamt – Wäschetrockner energieeffizient nutzen (12.03.2026)
- Verbraucherzentrale – Wäschetrockner und Stromverbrauch (16.12.2025)
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz – Wäscheleine statt Trockner
- Bundesumweltministerium – Schimmel in Innenräumen (2026)